27. November 2001

Es ist sicherlich schwierig, sich so einigermaßen zu merken, wie der gesamte Tag abgelaufen ist – mit all seinen Einzelheiten und kleinen Begegnungen. Doch Mark Knochen versucht auch heute wieder, Herrn Schily einen Abriss über seinen Tagesablauf zu geben. Selbstverständlich erhalten die anderen Behörden (LKA, BKA, BDN und Verfassungsschutz) ebenfalls wieder eine Kopie des heutigen Anschreibens, damit diese die Informationen zum Erhalt der Inneren Sicherheit verwenden können. In Zukunft werden wir – die Redaktion “Zeit für Wahrheit” – einen neuen Bereich in der Navigation für diesen Schriftwechsel eröffnen. Unter der Rubrik “Briefe an Schily” finden sich dann die gesammelten Schriften.

Sehr geehrter Herr Schily,

heute war der Tag wirklich ziemlich durcheinander. Am Morgen bin ich kaum aus dem Bett gekommen, und als ich dann endlich auf den Beinen war, hat es mich gleich wieder umgehauen. Gestern die Popstars und heute die Hildebrandt – ich sage Ihnen, Herr Schily, der Tod ist der wahre Terrorist auf der Welt. Gott sei Dank ist für den ja nun Herr George Bush zuständig.

Als ich mich dann langsam gesammelt hatte, musst ich auch schon los – wieder mit dem Fahrrad – Sie wissen schon, auf Arbeit. Allerdings hatte ich so Probleme mit dem Fuß, irgendwie hatte ich mir gestern oder vorgestern den Fuß verstaucht oder so ähnlich, ich hatte es eigentlich gar nicht gemerkt. Aber ich weiss natürlich, wie sehr die deutsche Wirtschaft mich braucht, sonst wäre ich zum Arzt gegangen. In der Beziehung sind Sie mir ein großes Vorbild. Egal wie krank sie aussehen, Sie sind immer im Amt – toll, wie Sie das machen.

Wenn ich nächste Woche Zeit habe und das mit dem Fuß noch nicht besser ist, dann gehe ich doch zum Arzt. Die Röntgenaufnahme sende ich Ihnen dann selbstverständlich ebenfalls per Email.

So gegen Mittag war mir auch noch etwas schlecht und ich hatte etwas Durchfall – so ganz dünnes – Sie wissen schon. Aber ca. eine Stunde später ging es schon wieder. Wenn Sie mal so richtig Durchfall haben, Herr Schily, dann sollten Sie Cola trinken. Viel Cola, ja, ich bin da auch eher nur durch Zufall draufgekommen, aber bei mir hilft es. Und da Sie ja auch Deutscher sind, ich denke, das könnte schon klappen.

Nach der Arbeit war ich dann – trotz des Fußes – noch mit meinem Hund spazieren. Für den Hund war das sicher gut – ich hab mich allerdings danach nicht mehr so gut gefühlt. Fragen Sie mal einen Soldaten von Herrn Scharping, wenn denen die Flasche Bier im Gefecht auf den Fuß fällt – so ungefähr hab ich mich gefühlt. Schlimm, oder?

Im Moment beschäftigt mich gerade wieder einmal die Lage der Weltpolitik. George Bush hat ja nun auch dem Irak wiederholt gedroht. Ob jetzt die USA wohl auch im Irak gegen die Terroristen vorgehen? Und wenn ja, dann müssen wir Deutschen doch sicher auch mithelfen und die Brut ausräuchern, oder? Herr Schily, Sie können sich sicher sein, es gibt viele Menschen, die unter Ihnen dahinvegitieren, die jederzeit bereit wären, für eine warme Mahlzeit am Tag gegen die Terrorkrieger zu kämpfen. Wir hier unten wissen, was Ihnen die Sicherheit wert ist.

Heute Abend werd ich vielleicht noch ausgehen – alle fünfe grade sein lassen – sie wissen schon … Wenn ich es nicht vergesse, berichte ich Ihnen morgen ausführlicher davon.

Viele Grüße und bis zum nächsten Bericht

Ihr Mark Knochen

Anlage: Ernährung, Hygiene, sportliche Aktivitäten

2 Tassen Kaffee (mit jeweils 1,5 Löffeln Zucker)
1 Cabanossi mit Brötche und KetchupBratkartoffeln mit Rührei

60min Spazierengehen (mit Hund, obwohl der Fuß schmerzte!)

Gesundheit: etwas Durchfall

Vitamin genommen: Nein
Zähne geputzt: Ja

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