28. November 2001

Sehr geehrter Herr Schily,

wie gestern kurz von mir angerissen, verbracht ich gestern abend noch 2 Stunden, 51 Minuten und ca. 20 Sekunden in einen kleinen Gastwirtschaft. Neben mir trafen sich dort ca. 20 Leute, die allesamt ihren wohlverdienten Feierabend genießen wollten. Aber mir persönlich ging es schon auf dem Weg dahin immer schlechter. Sie erinnern sich, mein kranker Fuß. Der gestrige Spaziergang im Vorfeld der weiteren Abendgestaltung hatte mich körperlich doch mehr angegriffen, als ich erst wahrhaben wollte. Ich hatte mir immer wieder gesagt, der Herr Schily, der würde auch nicht klein beigeben. Der würde gegen so eine vorübergehende Schwäche ankämpfen, der würde weitermachen, komme was da wolle.

Leider muss ich Sie nun in dieser Hinsicht ein klein wenig enttäuschen. Ich hatte nach den oben genannten 2 Stunden, 51 Minute und ca. 20 Sekunden so heftige Kopfschmerzen, dass mir nichts anderes übrig blieb, als den Heimweg anzutreten. Getrunken hatte ich in diesem Zeitraum nur ein wenig, so dass ich mich guten Gewissens auf mein – schon im ersten Brief erwähnten Fahrrad – mehr quälen, denn schwingen konnte.

Zuhause ankommen schien mein Kopf schier zu bersten. Langsam bewegte ich mich durch die Wohnung, jede weitere Erschütterung vermeidend. Ich ließ mir noch schnell warmes Wasser in die Badewanne, damit sich mein Körper und ich von den Strapazen des Tages entspannen konnten.

Nach dem doch sehr erholsamen Bad, ging ich vorsichtig in die Küche und bereitete mir vor dem Schlafen noch ein Getränk zu. Vielleicht kennen Sie ja diesen billigen Anrührtee aus dem Aldi für DM 1,99 mit Zitronengeschmack. So einen trank ich noch – nur mit Apfelgeschmack – und nahm dazu 3 Aspirin Kautabletten ein. Dann legte ich mich endlich schlafen.

Glücklicherweise hatten sich mein Kopf, mein Fuß und mein Körper über Nacht soweit erholt, daß ich relativ frisch und munter den Weg zur Arbeit auf meinem Fahhrad (Sie erinnern sich?) antreten konnte.

Am Arbeitsplatz stürzte ich mich, so wie es jeder anständige Deutsche tun sollte, voller Eifer in die zu erledigende Arbeit und kam bis gegen 17.30 Uhr ein gutes, nicht ganz unerhebliches, Stück weiter. Danach fühlte ich mich vollends geheilt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie sich – nach vollbrachter Arbeit, nach erkämpften Sicherheits-Details – ebenso glücklich und erfüllt fühlen.

Heute Abend traf ich mich dann noch mit Freunden, eine lustige Runde, in welcher der Gesprächsstoff wirklich nie auszugehen droht. Die Themen unserer Gespräche kann man kurz mit Musik, Politik, Sport und Arbeit umschreiben. Das sind Themen zu denen jeder etwas zu sagen hat und jeder etwas anderes. Und genau das macht diese Gemeinschaftsabende immer wieder interessant und intellektuell anregend.

Jetzt werde ich noch etwas Radio hören und mich so langsam, aber sicher, bettfertig machen. Morgen muss ich früh raus – die Zeit für die Winterreifen ist gekommen. Leider war nur noch ein Termin um 8.00 Uhr frei, den ich nun gewzungen bin, zu nutzen. Fragen Sie doch mal demnächst den Fahrer Ihrer Limousine – nicht das er am Ende noch den Reifenwechsel vergisst. Manchmal kommt der Winter schneller als man denkt.

Viele Grüße und bis zum nächsten Bericht

Ihr Mark Knochen

Anlage: Ernährung, Hygiene, sportliche Aktivitäten

3 Tassen Kaffee (2 Tassen mit jeweils 1,5 Löffeln Zucker, 1 Tasse ohne Zucker, aber mit Milch)
1 Pizza (Salami, Zwiebeln, Hackfleisch, Schinken, Käse)
500g Joghurt mit Bio-Korn und Apfelgeschmack

kein Sport (Sie wissen, mein Fuß!)

Gesundheit: besser, als gestern, aber noch nicht 100%

Vitamin genommen: Ja
Zähne geputzt: Ja
Aspirin: noch 2 Kautabletten (zur Sicherheit!)

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