01. Dezember 2001

Sehr geehrter Herr Schily,

ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht allzu übel, wenn ich diese beiden Tage – den 30. November und den 1. Dezember hier gleich in einem Bericht abarbeiten werde. Ich habe nun mal Urlaub, bin etwas faul, so daß nicht sehr viele verschiedenen Sachen passieren. Ich hätte natürlich auch zu mir sagen können, “Nein Mark, heute schreibst Du mal keinen Bericht.” Aber dann musste ich immer gleich an Sie, Herr Schily, denken und mir wurde klar, daß für Sie sicher auch die Berichte wichtig sind, die mir eher langweilig erscheinen. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist jeder Hinweis von äußersters Wichtigkeit, wem sagen Sie das.

Gestern – am 30. November – habe ich die meiste Zeit damit verbracht, um ausgiebig fernzusehen. Da ich sonst zuhause nur sehr selten das TV-Gerät anstelle, war es also schon etwas besonderes mal wieder durch die verschiedenen Kanäle zu zappen. So ab und zu ist das doch immer wieder ein Erlebnis. Ansonsten verliert man durch ständiges fernsehen ja unendlich viel Zeit, die man auch mit sinnvollen Tätigkeiten ausfüllen könnte. Aber ich habe ja Urlaub.

Am Abend war ich dann noch aus und habe etwas getrunken. Ausnahmsweise – wegen Urlaub und so – auch mal ein wenig mehr. Im Volksmund würde man sagen, dass ich mir einen auf die Lampe gegossen habe. Macht ja fast jeder mal, sicher auch Sie, Herr Schily, oder? Zumindestens in jungen Jahren haben Sie doch da sicher auch an dem ein oder anderen Abend ein wenig über die Strenge geschlagen. Und heute, mir können Sie es ja anvertrauen, heute doch auch noch manchmal, stimmts? Na, Sie sind mir schon einer, Herr Schily …..

Heute Morgen war das Wetter sehr schlecht, so dass ich erst gar keine Lust hatte aufzustehen. Aber trotz Nieselregen und Nebel verließ ich dann das warme Bett – der Hund musste ja schließlich auch raus. Nach dem Frühstück bin ich noch schnell einkaufen gegangen (EDEKA 48,32 DM, ALDI 10,99 DM, LIDL 25,46 DM), denn einen leeren Kühlschrank kann ich nicht ausstehen. Außerdem ist am Sonntag der erste Advent und da musste noch einiges hergerichtet werden, z.B. waren die Kerzen des Schwippbogens kaputt und ich musste zusätzlich noch eine bunte, blinkende Weihnachtsbeleuchtung kaufen, die wir dann am nachmittag, voller Vorfreude auf das Fest der Christen, anbrachten.

Obwohl – ich habe noch nie so richtig verstanden, was die Christen dazu bewogen hatte, ihr Weihnachtsfest auch mit Nicht-Christen zu feiern. Und dann, Herr Schily, dann kam mir ein furchtbarer Gedanke. Wenn nun diese Terroristen auch Weihnachten feiern würden, genaus so wie wir, müssten wir uns dann – aus Protest – dem Weihnachtsfest verweigern? Macht uns das gemeinsame Zelebrieren einer solchen christlichen Feier nicht angreifbar, vielleicht sogar empfänglicher für terroristische Schwingungen?

Mir wäre wirklich wohler, wenn Sie, Herr Schily, und der gesamte Bundestag sich mit dieser Frage beschäftigen könnten. Ich könnte es nicht über das Herz bringen, Weihnachten vollkommen sorgenfrei zu feiern, wenn dadurch auch nur im Ansatz die öffentliche Sicherheit gefährdet würde.

Vielen Dank und liebe Grüße

Ihr Mark Knochen

Anlage: Ernährung, Hygiene, sportliche Aktivitäten

6 Gläser Wein, 3 kleine Bier 1 kleines Rindersteak (war noch übrig von gestern)

0,5 Liter Bananensaft Knabbergebäck
geschmorte Zwiebeln, Wiener Würstchen, Kartoffel-Püree

kein Sport – wird aber wieder – wirklich!

Gesundheit: so lala.

Vitamin genommen: Ja
Zähne geputzt: Ja

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