Der erste Eindruck zählt, der Wille aber auch.

Habe nun schon den zweiten Morgen das Frühstück der Gastfamilie in Anspruch genommen und ich muß sagen, so langsam gewöhne ich mich daran. In einer kleinen Porzellanschüssel, die mit lila Blumen verziert ist, bekomme ich – wie der Rest der Familie auch – Brotsuppe. Das sind Weißbrotstückchen, in warmer Milch eingelegt, das Ganze wird etwas gewürzt mit einem Löffel Instant-Gemüsebrühe und darüber reibt man ein wenig Muskat. Ganz ehrlich: es schmeckt gar nicht mal so schlecht. Ein typisch mazedonisches Gericht ist es allerdings nicht, eher ein altes Familienrezept und selbst bei der Großmutter von Dimitar (das ist der Vater) hätte es diese Brotsuppe wohl des öfteren zum Frühstück gegeben.

Mit Dimitar habe ich gestern noch lange im Hobby- oder Partykeller gesessen und wir haben versucht, uns zu unterhalten. Mit Englisch, Händen und Füßen hat das dann auch einigermaßen geklappt. Er ist Bauingenieur und scheint sich in seiner Freizeit mit kleinen Erfindungen zu beschäftigen. Sein neuestes Werk soll so eine Art automatischer Halb-Toaster sein, also wenn ich das richtig verstanden habe. Das Gerät soll eigenständig erkennen, ob man eine oder zwei Scheiben Toastbrot eingelegt hat und dann entscheiden, ob es beide oder eben nur einen Heizschlitz verwenden muß. Damit könne man anscheinend eine Menge Energie sparen und Strom ist in Skopje wohl nicht ganz billig.

Skopje gehört zu den Städten, über die man sagen kann: Der erste Eindruck zählt, der Wille aber auch. Also: ist ganz schön und wird sicher noch schöner, wenn man es denn auch zulässt. Und jetzt ganz ohne Flachs: mir gefällt es hier. Bin fast drei Stunden durch die Innenstadt gelaufen, dann eine zeitlang am Vardar entlang. Der Vardar ist Fluß und Fußballverein zugleich, wobei ich mich aber voerst an den Fluß gehalten habe. Richtig erholsam und entspannt wurde es dann im – wirklich riesigen – Gazi-Baba-Park. Dort wäre ich beinahe sogar kurz eingeschlafen, konnte mich aber gerade noch aufraffen und bin wieder zurück in die Stadt. Aber der Park ist wirklich toll, da werde ich bestimmt auch noch das ein oder andere Mal sein. Ich habe mir sagen lassen, daß es hier und in der Umgebung auch zahlreiche Kirchen und Klöster geben soll, die müssen aber noch bis morgen oder übermorgen warten.

Mein bestes kulinarisches Fast-Food-Erlebnis habe ich bereits hinter mir und ich bin definitiv schon jetzt ein großer Fan davon. In der Innenstadt von Skopje gibt es zahlreiche Suppenküchen mit einem reichhaltigen Angebot und das großartige daran ist, man kann die heißen Suppen in einer Art Tupperdose mitnehmen. Bei Bedarf kann man die auch wieder abgeben und bekommt etwas Pfandgeld zurück, man kann die Plastedose aber auch behalten. Ich habe mich an diesem Tag für Linsensuppe entschieden, die wirklich sensationell geschmeckt hat und für 300 Mazedonische Denar (ca. 5 Euro) auch ganz erschwinglich war.

Wenn es zeitlich passt, fahre ich wohl auch mal in die nähere Umgebung wandern, die Matka Schlucht wurde mir mehrfach schon empfohlen.

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