Skopje – dit is die Hauptstadt

Ankunft Skopje – soweit habe ich es schon geschafft. Die Gastfamilie ist nett und die ersten Sprachbarrikaden brennen lichterloh. Höchste Zeit, sich zurückzuziehen und irgendwas baumeln zu lassen, was andere Leute Seele nennen. Flug und Reisekontrollen sind überstanden und bis auf den anstrengenden Flugnachbarn, die allgemeinen Schwierigkeiten bei der Kontrolle des Reisepasses und die anfängliche Orientierungsschwierigkeiten in der Hauptstadt dieses Landes Mazedonien – alles gut. Glücklicherweise reagieren Taxifahrer überall auf der Welt gleich, wenn man mit unsicherem, fragendem Blick einen Stadtplan in der Hand hat und unaufhörlich – mit dem Zeigefinger klopfend – auf eine Stelle zeigt.

Unglücklicherweise reagieren Stadtpläne auf der ganzen Welt auch gleich, wenn man unaufhörlich, mit dem Zeigefinger klopfend, auf eine Stelle zeigt. Sie zerreißen nämlich. Und zwar genau an eben dieser Stelle. Also, wat soll ich sagen: Läuft!

Ich genieße also vorerst die Aussicht des Zimmers und gewöhne mich ein. Internet funktioniert erfreulicherweise – ich bin also nicht allein. Kurze Postkarteninfos: Wetter so naja, trotz anderer Vorhersage hat es kurz geregnet, mein Zimmer für die eine Woche scheint ok zu sein, Essen noch nicht getestet.

Auf dem Flughafen hatte ich zwar genügend Zeit, durfte mich aber nicht vom Flughafen-Sicherheitspersonal entfernen, die ca. 55 Minuten eine manuelle Kontrolle des Reisepasses vornehmen mussten. Kein Problem, kenne ich schon, zugegebenerweise ist das Reisedokument in nicht mehr allzu gutem Zustand. Und auf Dauer gewöhnt man sich an die prüfenden Blicke, die Uniformen und man zuckt auch nicht mehr zusammen, wenn die Sicherheitsbeamtem zum Spaß mit ihren Schußwaffen spielen. Und ich gebe zu: wenn ich ein Land wäre, ich würde mich auch sehr gründlich vor der Einreise überprüfen lassen.

Meinen Sitznachbarn im Flugzeug habe ich glücklicherweise schnell aus den Augen verloren – mehr billige Witze und Schenkelklopfer hätte ich auch nicht ertragen. Gegen Ende des Fluges war ich zumindest kurz davor, das Wort “Schenkelklopfer” in die Tat umzusetzen und meine Hand mit voller Kraft auf den Oberschenkel des Mario-Barth-Klons knallen zu lassen. Natürlich hätte ich mich entsprechend entschuldigt, von wegen es wäre mir sehr peinlich, so ein Mißgeschick aber auch, das passiert mir sonst nie, aber Sie sind auch wirklich so lustig, sie könnten glatt im Fernsehen und so weiter und so fort. Aber das will ja auch niemand.

Nun also Nachtruhe, um morgen ausgeruht und nach einem, hoffentlich, reichhaltigem Frühstück, die Gegend zu erkunden.

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