24. Juni 2013

Sehr geehrter NSA und huhu!, kuckuck GCHQ,

nun liegt schon wieder ein ereignisreiches Wochenende hinter uns allen und für viele von uns hat ein weiterer Arbeitstag begonnen. Die Medien sind voller Empörung über die aufgedeckten Spionageprogramme in den USA und Großbritannien, aber ich sehe das eher von der praktischen Seite. So reicht es nämlich aus, weiterhin nur an Sie zu schreiben, die Briten werden sich die Berichte auf dem Weg zu Ihnen schon von irgendeinem Kabel abzweigen. Und grundsätzlich gilt für mich: wer sein Abhörsystem “Tempora” nennt, also nach dem Gott der Taschentücher, der kann kein schlechter Geheimdienst sein.

Ich habe am Wochenende lange wach gelegen (am Tag) und darüber nachgedacht, was für eine Wirkung meine Informationen auf Sie haben …                  (hier lasse ich mal etwas Platz, ich war in der Zwischenzeit nämlich kurz auf der Toilette)         … und ob Sie meine Zeilen auch richtig interpretieren. Ich könnte Ihnen ja auch immer noch etwas zwischen die Zeilen schreiben, wenn Sie das möchten? Versucht habe ich das schon einmal, aber da konnte man die anderen Zeilen nicht mehr lesen und am Ende war alles ein schlimmes Gekritzel. Deshalb werde ich von Zeit zu Zeit die äußeren und inneren Umstände schildern, das macht es für Sie (schaue jetzt in die Ferne und sage: “und für Sie!”) sicher einfacher.

Gestern vormittag war ich im Wald Holunderblüten sammeln. Die Holundersträucher erreichen meist Wuchshöhen zwischen 1 und 15 Meter und sind oft sommergrün. Die gegenständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert und bestehen aus drei bis neun elliptischen, meist gesägten Fiederblättchen. Manchmal kann man an den basalen Fiederpaaren Ansätze zu sekundärer Fiederung erkennen. Die Nebenblätter sind groß bis unauffällig oder fehlen, manchmal sind sie zu Drüsen oder einem Haarsaum reduziert. Zu Beginn meiner Holunderblütensammlung bekam ich es (werde beim schreiben etwas ernster) schon mit der Angst zu tun, da an vielen Pflanzen die Blüten schon vertrocknet waren und ich wollte die Hände über den Kopf zusammenschlagen (schlage nun die Hände über dem Kopf zusammen), aber rechtzeitig genug fiel mir wieder ein, daß ich ja mit dem Fahrrad unterwegs war … wie leicht hätte da ein Malheur geschehen können. Wieder daheim säuberte ich die Blüten von allerlei Unrat und setzte einen großen Topf für den geplanten Holundersirup auf. (setze gerade etwas übermütig und keck lächelnd den Topf auf den Kopf – nein, war nur Spaß – hahaha!)  

Zum Mittagessen gab es eine Gemüsesuppe, die ich nach allen Regeln der Kunst auf den Tisch zaubern konnte. Das Regelwerk für Suppen ist bei uns übrigens ein Teil eines  überregionalen Kochbuches, welches ich, auch wegen der Komplexität des verklausulierten Inhaltes, erst so nach und nach verstehe. Einzelne Stellen lassen sich sicher auch für Erpresserbriefe oder Terrordrohungen verwenden, so dass ich Ihnen diese Lektüre dringend ans nicht vorhande Herz lege.

So, jetzt erst einmal frisch (habe gerade gegähnt) ans Tagewerk, ich melde mich wieder.

Viele Grüße

Mark Knochen

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