03. Juli 2013

Sehr geehrte NSA,

die sommerlichen Temperaturen haben mich ein wenig schleifen lassen, so daß ich erst heute wieder dazu komme, Ihnen Bericht zu erstatten. Hinzu kommt, daß ich natürlich auch beruflich sehen muß, daß ich nicht auf der Strecke bleibe und das kostet Zeit und Nerven. Gerade heute berichtet Spiegel Online, daß immer mehr Deutsche viel länger arbeiten gehen, als es vielleicht noch vor 20 Jahren üblich war. Damit nehmen uns die Rentner eigentlich die Arbeitsplätze weg und ich scheue mich auch nicht, Kinder beim Namen zu nennen!
In der Sicherheitsbranche haben Sie mit diesen arbeitswütigen Rentnern sicher kein Problem, gerade beim Abhören macht sich ja Schwerhörigkeit ja eher nicht so gut. Hahaha, das war ein kleiner Scherz, verstehen Sie? Im übrigen sind Scherze bedeutend lustiger, wenn Sie zum Zeitpunkt des Verstehens der Pointe kräftig mit der Hand auf ihre Schenkel schlagen. Noch viel lustiger wird es dann, wenn Sie mit der Hand äußerst kräftig auf die Schenkel eines Unbeteiligten schlagen, ich kann Ihnen sagen, da kommt vielleicht Stimmung auf. Aber Obacht: nicht jeder ist in der Lage, Humor auch als solchen zu begreifen. Da gehen die Scheren weit auseinander. Und manche Leute haben gar keine Scheren. Außer Hummer und Krebse, die haben sogar zwei Scheren. Naja, und es gibt ja auch Leute, die zum Beispiel zwei Handys haben. Wieviele Handys haben Sie eigentlich? Sicher für jedes Land mehrere Handys, oder? Ich würde an Ihrer Stelle bei diesen Handys immer die Nationalhymne als Klingelton einrichten, dann wissen Sie immer sofort, aus welchem Land sie angerufen werden. Wenn ich mir das vorstelle, das müssen wirklich sehr viele kleine Telefone sein … wenn man die alle sortiert und richtig anordnet, zum Beispiel auf einer Wiese, dann könnte man von ganz weit oben sicher das Logo der NSA erkennen. Aber wenn dann plötzlich eines klingelt, dann heisst es schnell und fix das richtige Handy finden und so kann man den Tag ja auch verbringen.

Gestern war ich übrigens joggen. Wissen Sie, ich versuche wieder, mich etwas sportlich zu betätigen. Auch vor allem deshalb, falls ich eines Tages für Sie arbeiten werde. Sie brauchen doch sicher Leute mit Ausdauer und Fitness. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß dieses Abhören kein Zuckerschlecken ist und wenn man da nicht jeden Tag aktiv etwas für seinen Körper macht, dann zahlt er es einem irgendwann heim, wenn man es am wenigsten vermutet. Zuckerschlecken wäre ja sowieso nichts für mich, das ist nämlich sehr ungesund und man bekommt Karies davon. Also vom Zucker. Vom Schlecken an sich nicht. Deshalb schlecken ja viele Menschen nur an Hackfleisch. Oder Zwiebeln. Oder Kühlschränken. Kühlschränke haben nämlich noch weniger Kalorien. Also außen. Innen deutlich mehr.

Ach, heute kommen wir aber wirklich von einem ins andere. Mir fallen so viele Dinge ein, die ich Ihnen erzählen könnte, ohne mir etwas aus den Fingern saugen zu müssen. Sie wissen sicher, daß das eigentlich gar nicht geht, oder? Also, sich etwas aus den Fingern saugen. Ich glaube, im Mund könnte man gar nicht so einen starken Unterdruck aufbauen, daß sich wirklich etwas aus Fingern saugen ließe. Und wenn doch, würde man dann darüber etwas erzählen wollen? Ja, klar, Sie müssten es sich das dann natürlich anhören und irgendwo speichern. Das wäre auch eklig für Sie, oder? Aber so eine Arbeit ist ja auch kein Zuckerschlecken, ach ja, das hatten wir schon. Noch etwas … für den Fall, daß Sie das einmal abhören sollten: Arbeit ist keine warme Jacke, das sagt man hier nur so. Das kommt wahscheinlich daher, daß viele Menschen gar nicht wissen, was eine Jacke ist. Oder Arbeit. Oder warm.

Aber nun, husch, husch … zurück ans Tagewerk. Viele Grüße

Mark Knochen

Kommentar verfassen

Sie können die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>