09.Juli 2013

Sehr geehrter NSA, huhu BND,

die nächsten Meldungen aus meiner Beobachtungszentrale werden in Zukunft auch immer an zentrale@bundesnachrichtendienst.de versandt. So bin ich sicher, daß meine Berichte ungefiltert durch den hier zuständigen Geheimdienst ausgewertet und verwendet werden. Ich denke, das ist auch in Ihrem Sinne, sehr geehrte NSA, dann fallen nämlich auch die lästigen Übersetzungen weg und bei den Leuten vom BND bin ich auch nicht sicher, ob die so perfekt im Umgang mit Google Translate sind.

Am Wochenende war ich bei den Landesjugendspielen in Sachsen 2013. 2013 deshalb, weil wir gerade das Jahr 2013 haben und schreiben. Aber das nur für die Akten. Sagt man das eigentlich noch s0? “Für die Akten.” Oder vielleicht eher “für die Festplatten” oder “für die USB-Sticks”? Diese technischen Veränderungen sind so aufregend und wir stehen da ja auch erst am Anfang vom Ende, obwohl da eigentlich noch gar kein Ende abzusehen ist. Obwohl ja gerade der Volksmund sagt: “Das Ende ist näher als man denkt.” Passender wäre meiner Meinung nach “Das Ende ist näher, wenn man denkt.”, aber die erste Variante sorgt natürlich für die Möglichkeit, das Ende als einen Ort zu beschreiben, den man auch per GPS ermitteln kann. Sonst würde das Sprichwort “wir gehen dem Ende entgegen” keine wirkliche Entfernung zugrunde liegen und wer würde sich schon auf einen Weg machen, ohne zu wissen, wie lang dieser ist.

Aber nun zurück zu den Landesjugendspielen, die in meiner Erinnerung vor allem gelb waren und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden durchgeführt wurden. Auf den ersten Blick sah man sich also marodierenden Kinderbanden im gelben FDP-Look gegenüber und es ist kein Wunder, daß auch Fallschirmspringen auf der Agenda der sportliche Wettkämpfe stand. Bei näherem Hinsehen aber entpuppten sich die vermeintlichen Jungliberalen in ganz normale Kleinwüchsige, die sich dem Spaß zwischen Sport und Spiel hingaben. Dazwischen konnte ich auch einige unsichtbare Kinder entdecken, die vermutlich von Geheimdienstmitarbeitern rekrutiert worden waren.

Mein Ohrenmerk an diesem Wochenende lag vor allem auf der Konversation zwischen den späteren Terroristen und man sagt ja nicht umsonst “Kindermund tut Wahrheit kund”. Momentan bin ich noch am entschlüsseln der Informationen, denn – und das war relativ schnell offensichtlich – diese unscheinbaren Nachwüchlser unterhielten sich mit einer Art geheimen Codierung, um sich nicht von Unbefugten in die Maps schauen zu lassen. Besonders oft riefen sie Laute, wie “Eyyyh, Alter!” und “Der hat aber angefangen!” Die aggresive Mimik der Gesprächsteilnehmer untermalte dabei die Gespräche, wie es sonst nur gruselige Musik in einem spannenden Horrorfilm kann. Zuweilen fürchte ich sogar die kindliche Gesellschaft und bekam es mit der Angst zu tun. Daran arbeite ich aber noch, das wird mir nicht noch einmal passieren.

Das erst einmal für den Augenblick – ich melde mich.

Mit freundlichen Grüßen

Mark Knochen

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