24.Juli 2013

Sehr geehrte NSA, huhu BND,

gestern bin ich Fahrrad gefahren, 70 km in unter drei Stunden, könnten Sie mir bitte diese Leistung bestätigen, ich bin doch ein wenig stolz darauf und es wäre schön, wenn ich da ein Schreiben von offizieller Stelle bekäme. Sicher erhalten Sie in letzter Zeit vermehrt solche Anfragen, aber wir kennen uns ja nun schon etwas länger, so daß ich hoffe, Sie können einmal über Ihren Schatten springen und eine Ausnahme machen. Einer Ihrer Mitarbeiter wird ja sicher meine Radtour live verfolgt haben, es sollte also eigentlich kein Problem sein. Vielen Dank schon einmal dafür. Während der Radtour sind mir übrigens auch ein paar unangenehme Zeitgenossen aufgefallen, so ungefähr bei Kilometer 27 – vielleicht schauen Sie da noch einmal genauer nach. Diese Leute haben mir gar nicht geschmeckt. Also vom Geschmack her, gegessen habe ich sie natürlich nicht.

Aber sicher haben Sie sogar eine große Weltkarte, wo die besonders doofen oder gefährlichen Leute mit Leuchtdioden kenntlich gemacht werden. Wie ist das dann eigentlich bei Menschen, die doof und gefährlich sind? Bekommen die eine extra Farbe? Oder blinkt das Lämpchen dann abwechselnd mit den Farben für doof und gefährlich? Sie haben da bestimmt ganz spezielle Anforderungen, damit Sie möglichst schnell erkennen können – “Ah! – Da! Der da ist doof und daneben steht ein gefährlicher Unhold.” An Ihrer Stelle würde ich dann immer beide unschädlich machen. Sicher ist sicher.

Ihre Überwachungsarbeit steht hier in Deutschland ja leider immer noch stark in der Kritik. Herr Schäuble (das ist der mit den Rädern) versucht zwar, die Stimmung etwas abzuschwächen, aber unter uns gesagt, ich bin nicht sicher, ob er da die richtige Person ist. So richtigen Rückhalt hat er ja in der Bevölkerung ja nicht mehr. Manche vergleichen ihn sogar mit dem Gollum aus dem Film “Herr der Ringe” – und das, obwohl der Gollum gar keine Räder vorweisen kann. Schon vor Jahren hörte ich von einem Mann, der sich einen ausgestopften Schäferhund auf einem Rollbrett besorgt hatte und diesen hinter sich her zog, während er  immer wieder “Komm Schäuble, komm mein Schäuble” rief. Ich verurteile das natürlich so gut es geht, aber es zeigt doch deutlich, daß viele Subjekte diesen sogenannten Herrn Schäuble gar nicht ernst nehmen.

Der Herr Friedrich, der ja unser Innenminister ist, der ist – das muß ich wirklich sagen – vorzüglich in seiner Rolle besetzt. Ich gebe gerne zu, selbst ich habe in den letzten Tagen und Wochen ernsthaft geglaubt, dass Herr Friedrich wirklich keine Ahnung hat. Von nichts. Also sogar von gar nichts. Das macht er wirklich überzeugend und auch seine ausdauernde Ahnungslosigkeit stärkt da seine Position sehr. Mit seiner Arbeit gibt er auch vielen Jugendlichen wieder Hoffnung und Mut, auch als ungebildeter Quereinsteiger eine Anstellung im Staatsdienst zu erhaschen. Soziale Unruhen sind also in den nächsten Monaten nicht zu erwarten – zumindest solange von der Regierung glaubhaft dargelegt werden kann, daß man auch ohne eine ausreichende Qualifikation am Arbeitsmarkt bestehen kann.

Viele Grüße und bis bald

Mark Knochen

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