Kategorie: HausOhneFenster

Die Kraft der Mütze

Es mag verwundern, aber auch ich treibe regelmäßig sehr unregelmäßig Sport. Mal gehe ich joggen, mal drehe ich mit dem Rad eine Runde. Und seit Jahren ist sie immer dabei. Meine Mütze. Eine alte, farblich schon längst von Sonne und Regen verblichene, Schirmmütze. Manche würden auch Basecap sagen, aber ich weiß noch nicht einmal den Unterschied. Aber diese Mütze ist es, die mich immer wieder zu sportlichen Erfolgen treibt, ich würde sogar sagen … nur mit dieser Mütze sind diese Höchstleistungen überhaupt erst möglich geworden.

Weiterlesen

Sprachwissenschaft, Alter!

Die Party erreichte gerade ihren Höhepunkt, als ich die Wohnung betrat. Der noch sehr junge Richard David Precht brüllte als Sänger einer Punkrockband, die im Wohnzimmer spielte, welterklärende Zeilen ins Mikrophon.

Weiterlesen

Geld verdienen mit In-Talk-Werbung

Heute hatte ich wieder einmal eine meiner erfolgreichen Geschäftsideen. Generell verbringe ohnehin viel Zeit damit, nach einer rentablen Beschäftigung Ausschau zu halten, aber immer nur mit dem Kissen am Fenster zu lehnen und das Geld, welches bekanntlich auf der Straße liegt, zu zählen, ist auf Dauer dann auch etwas langweilig. Also versuche ich es nun auf eine andere Art, an genau dieses Geld zu gelangen.

Weiterlesen

Bis dann …

“Guten Tag. Verzeihung, kann es sein, dass ich Sie kenne?”

“Nein. Moment. Doch.”

“Ja, woher denn? Ich erinnere mich nicht.”

“Na, nächste Woche, da vor diesem Denkmal … wissen Sie das denn nicht mehr?”

“Gleiche Zeit?”

“Ja, so in etwa – wie Sie es halt einrichten können.”

Weiterlesen

Was macht eigentlich Eva Hermann?

Manchmal stehe ich stundenlang an der Wursttheke bei Edeka und schaue der Gesichtswurst in die Augen. Wir spielen dann das Spiel: “Wer als Erster blinzelt, hat verloren”. Das bin meistens ich. Und manchmal lasse ich sie einfach auch gewinnen. Aber die Gesichtswurst schaut wenigstens zurück. Das ist deutlich mehr als ich von Menschen behaupten kann, die ich anschaue. Wenn niemand daneben steht, versuche ich sogar manchmal, ein Gespräch zu beginnen, aber die Gesichtswurst antwortet nie.

Weiterlesen

Behördenwillkür

Und dann triff man völlig unvermittelt und ohne Vorwarnung auf Menschen, die in irgendwelchen Behörden, in ihren Büros, mit ihren gepanzerten Aktendeckeln und mit gläsernen Blicken einfach so über andere Menschen entscheiden können. Und es auch tun, ganz ohne Rücksicht, ganz ohne eine Idee von einer Vorstellung, was sie damit alles anrichten können. Menschen, die mit schnellen oder langwierigen Entscheidungen eine ganze Existenz einfach so wegwischen können, die ohne zu zögern große Löcher in einen Lebenslauf reißen, die an Paragraphen und Verordnungen hängen, wie andere an ihrem Leben. Menschen, die genau wissen, daß sie auf der richtigen Seite des Schreibtisches sitzen, die es auskosten, daß sie in dem Moment des Aufeinandertreffens nicht derjenige sind, der etwas will, sondern der, der nichts geben wird. Die einen mit einer Mischung aus Ignoranz und Ekel behandeln. Und ich muß sagen, das hat mich gefreut. Wirklich gefreut. Und Kraft gegeben.

Wohnt! Lebt! Noch oder schon! Ich mache den Rest.

Ganz ehrlich, ich meine, ihr latscht immer so achtlos durch euer Wohnumfeld, schlendert mit geschlossenen Augen durch euren Kiez, regt euch vielleicht sogar auf, warum es hier! wieder so! aussieht, um im nächsten Augenblick davon zu schwärmen, daß ihr dieses Viertel total liebt, weil hier so viele unterschiedliche Menschen zusammen auf einem Fleck leben und so und weil man auch prima ausgehen und feiern kann und überhaupt, ihr habt noch niemals irgendwo besser gewohnt, gelebt und das alles.

Weiterlesen

Neulich bei der Hotline

“Guten Tag, Sie sprechen mit der Service-Hotline für Waschmaschinen, was darf ich bitte für Sie tun?”

“Also als erstes: lügen Sie mir nicht so frech ins Ohr!”

” … ???? … ??? … ?? … ? …”

“Na, habe ich Ihnen die Sprache verschlagen? Damit haben Sie jetzt aber nicht gerechnet, was? Eins zu null für mich, würde ich sagen.”

Weiterlesen